Velotour von Simon Degelo

Zürich-Nairobi

Reiseberichte

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Seit dem letzten Mail ist fast ein Monat vergangen und ich habe ueber 2000 km zurueckgelegt. Jetzt bin ich in Addis Abbeba und komme endlich wieder dazu einen Bericht zu schreiben:

 

 

 

In Asswan traf ich die Leute von der Tour d'Afrique, um mit ihnen den Sudan zu durchradeln, der mir mir so gefaehrlich schien.

 

Mit ihnen bestieg ich die Faehre, die uns ueber den Nassersee nach Wadi Halfa im Sudan bringen sollte. Als wir unsere Velos an Board hatten, konnten wir aber noch lange nicht abfahren. Zuerst mussten noch jenste Gueter aufgeladen warden, so dass sas Deck bald ziemlich ueberstellt war. Ich war froh, das die Crew von der TdA Kabinen fuer uns reserviert hatte. Nach einer endlosen Fahrt auf dem ueber 500 km langen Stausee legten wir endlich in Wadi Halfa an. Doch bevor wir an Land gehen konnten mussten wir die Auswuechse der Sudanesischen Buerokratie ueber uns ergehen lassen. Als wir nach ueber 3 Stunden endlich das Land betreten durften sagten die Leiter der Tour, so schnell sei in all den Jahren es noch nie gegangen !

 

Ich merkte schon bald, dass meine Aengste vor diesem Land unbegruendet waren: Die Menschen hier sind nicht nur vertrauenswuerdig, sondern auch extrem gastfreundlich.

 

Ich genoss aber den Konfort, der mit der organisierten Reise verbunden war: 4 Malzeiten am Tag wurden Serviert, das Gepaeck wurde transportiert und ich brauchte mich um nichts zu kuemmern. Es war auch schoen endlich wieder etwas Gesellschaft zu haben: Es sind gut 30 Leute aus aller Welt, die zusammen den Afrikanischen Kontinent von Kairo nach Kapstadt durchradeln. Es ist eine sehr inhomogene Gruppe: Von der Studentin bis zum Pensionaer war alles vertreten. Fuer die einen war es ein Velorennen, fuer die anderen einfach ein grosses Abenteuer, mache nutzten es als Moeglichkeit, sich im Leben neu zu orientieren, andere um Geld fuer einen guten Zweck zu sammeln.

 

Obwohl die Gruppe aus so jverschiedenen Menschen bestand gab es eine starke verbindung durch die gemeinsame Leidenschaft fuer das Velo und das enge Zusammenleben.

 

Als ich das erste mal ohne Gepaeck losfuhr hatte ich das gefuehl zu fliegen. Ich bekam Lust, schnell zu fahren und schliesslich ist die TdA ein Velorennen also versuchte ich mit der Spitze mitzuhalten. Es machte Spass, durch die Sudanesischen Wuestelandschaften zu rasen, obwohl manchmal konnte man von rasen nicht sprechen. Weite Strecken waren nicht asphaltiert und die Pisten sehr holprig und an manchen Stellen so sandig, dass die Raeder bis zur Nabe einsanken. So war ich am Abend auch ohne mein Gepaeck hundemuede.

 

 

 

Als wir nach gut 2 Wochen den Sudan verliessen, wechselte die Kultur und die Menschen schlagartig, Nach all den verhuellten Frauen in den muslimischen Laendern war es wohltuhend, die stolzen - und uebrigens sehr schoenen - Aethiopischen Frauen zu sehen. Auch die Landschaft veraenderte sich abrupt. Die Endlosen Wuestenebenen gingen in eine Berglandschft ueber. Das brachte mit sich, dass wir zuerst einmal ueber 1000 Meter aufsteigen mussten um die Aethiopische Hochebene zu erklimmen.

 

 

 

In Gonder trennte sich mein Weg von dem der TdA. Ich beschloss spontan, mich 2 Mexikanern anzuschliessen, die wir im Sudan angetroffen haben und die ebenfalls mit dem Velo nach Suedafrika unterwegs sind. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg nach Addis Abbeba. Zwar ist es beschwerlicher mit all dem Gepaeck zu reisen, aber ich fuehle mich viel freier. Dies ist die Art des Reisens, die ich geniesse: Alle bei mir zu haben, was ich zum Leben brauche und anhalten zu koennen, wo immer ich will. Ich erlebe auch viel mehr, wenn ich mich um alles selber kuemmern muss.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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