Velotour von Simon Degelo

Zürich-Nairobi

Reiseberichte

3. Etappe

Ich war an Weihnacht in in Jerusalem an der Weihnachtsmesse.

Am naechsten Tag bin ich nach Bethlehem gefahren und von dort aus weiter durch das Westjordanland richtung Totes Meer. Die Landschaft ist traumhaft dort. Im Osten geht die Olivenhainlandschaft langsan in eine huegelige Steinwueste ueber. Dort holte mich die Nacht ein. So stellte ich mitten im Nichts mein Zelt auf.

Als ich schon fast eingeschalfen war hoerte ich ploetzlich Stimmen. Da standen zwei arabische Jungs vor meinem Zelt und fragten mich nach Wasser. Ich reichte ihnen meine Flasche und sie stuerzten sie in einem Zug herunter. Sie fragten auch noch nach Essen und ob sie in meinem Zelt schalfen koennten. Nachdem ich ihnen eine von meinen Avocados abgegeben hatte, konnte ich sie schliesslich zum weitergehen bewegen.

War irgendwie ein grusliges Erlebnis. Vor allem weil ich mich weit ab von jeder Menschenseele geglaubt hatte.

Von den politischen Unruhen habe ich aber kaum etwas bemerkt. Nur einmal musste ich den Kopf einziehen, weil ein paar Jungs Steine nach mir warfen. Sonst waren die Leute aber extrem freundlich.

Am naechsten Tag nahm ich die verbleibenden Kilometer zum toten Meer unter die Raeder. Die Asphaltstrasse endete bald und es  fuhrte nur eine schlechte Naturstrasse weiter.  Bald stand ich an der Klippe, wo die Landschaft ca. 300 Meter zum Toten Meer abfaellt. Voller Zuversichrt folgte ich weiter der Strasse und fragte mich, wie die da wohl runterfuehrte. Ploetzlich war auch diese fertig und es fuehrte nur ein Wanderweg weiter. So nahm ich halt den und war froh ein so gutes Velo zu haben. Irgendwie verlohr ich auch den Wanderweg und so orientierte ich mich halt an den Trampelpfaden der Ziegen.

Ich war heilfroh, als ich die Strasse wiedergefunden hatte, die mich sicher ins Tal fuehrte.

Als ich am Toten Meer angekommen war ging ich gleich schwimmen. Ist echt komisch in diesem Wasser zu baden. Ich kam mir vor als haette ich einen Luftballon verschluckt.

 

Da das Wetter inzwischen nicht mehr so gut war, fuhr ich schnell weiter in den Sueden. Der stetige Gegenwind bremste mich aber gewaltig. Kurz vor Eilat drehte der Wind aber und schiebt mich seither durch den Sinai. Dafuer machen einem hier streunende Hunde das Velofahrer-Leben schwer. Ich musste allen meinen Atem aufbringen um diese Koeter abzuhaengen. Seither habe ich immer einige Steine zur Selbstverteidigung in der Lenkertasche.

 

Ich bin jetzt ein paar Tage in Dahab auf der faulen Haut gelegen, habe die Sonne genossen und die Korallenriffs bewundert. Wahnsinn wie viele bunte Fische es hier gibt! Es ist, als ob man in einem Aquarium schnorcheln ginge.

 

Morgen schwinge ich mich wieder auf meinen Drahtesel und erklimme die Bergen um das Katharinenkloster zu besichtigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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