Reisebericht 6 / September 2003

Salam Aleykum

Erst mal vielen Dank Fuer die vielen Mails die ihr alle uns Schickt.
Wir freuen uns ueber jeden einzelnen Buchstaben den wir erhalten, weil
wir wissen dass ihr in der Schweiz uns trotz der Entfernung und der
langen Zeit noch nicht vergessen habt.

Seit Diyarbakir haben wir einiges Erlebt, viel gesehen und leute
getroffen... aber der Reihe nach.

Ostwaerts fahrend haben wir einige Berge ueberquert. Bergketten sind
hier nicht so klar auszumachen wie in den Alpen. Die Berge sind
Chaotischer angeordnet. Nach einigem auf, und wenigem nieder kamen wir
ueber Bitlis nach Tatvan, von wo aus man den ersten Blick auf den
Vansee werfen Kann. Dieser See, nicht zu verwechseln mit dem Wannsee,
ist vor 2mio. Jahren entstanden als sein abfluss duch einen
Vulkanausbruch geschlossen wurde. seit damals loest dieser see Soda aus
dem Stein, was das wasser seifig macht. Man kann darin die Kleider
einfach so waschen. Die Aussicht auf die berge am seeufer ist
fantastisch. So blieben wir 3Tage auf dem Gratiscamping Ahtamar. Auch
aus dem Grund, dass Gregor in Van Hoffnung auf eine neue Felge hatte,
und wir nicht schon wieder ein Hotel bezahlen wollten. Die felge wurde
mit der Bohrmaschine behandelt und so wieder Funktionstuchtig gemacht.
Eine Speiche ist aus dem ring ausgerissen. Jetzt haelt sie 2cm neben
dem Loch.

Von Diesem Camping sind wir in 2 Tagen nach Dogubayazit gefahren (250
km)(dabei haben wir noch den hoechsten Pass unserer Reise ueberquert:
2650m. ue. M., anmerkung von Gregor), der ort nahe dem einzigen
funktionierenden Grenzuebergang nach Iran. Dort sind wir 4 Naechte
geblieben und haben viele Getroffen die dieselbe Strecke wie wir
machen, die meisten jedoch mit dem Motorrad. Niemand mit dem Fahrrad,
oder besser gesagt mit dem Stuehl. Auch trafen wir einen Tuerken aus
Istanbul der in einem Monat nach Indien reisst. Er war echt ein guter
Siech und wir sind immer bei ihm in Stanbul Willkommen. Unter
Umstaenden kommt er uns in Kathmandu besuchen.
Er hat im Gegensatz zu den meisten Tuerken einen Pass. Scheinbar kostet
dort ein Pass umgerechnet 700.- CHF, nicht schlecht fuer die dortige
Lohnsituation. Ein Luxus fuer die Uperclass.
Leider gab es in den letzten Wochen auch einzelne negative Erlebnisse.
So habe ich wie Beda schon erwaehnt hat, meine Felge gebrochen. Mir ist
eine Speiche aus der Felge aussgerissen. Ich konnte damit weiterfahren
und in jedem Dorf fragte ich nach einer Felge mit 32 Speichen. Doch das
gibts nicht in der Tuerkei: ottuziki jant? Yok. (32er Felge? Nein.) Es
gibt nur 36 Loch Felgen. Die Loesung mit der Bohrmaschiene ist
interessant und ich bin gespannt wie lange sie haelt.
Dann wurden wir auf dem Weg Richtung Bitlis des oefteren mit Steinen
beworfen, gluecklicherweise traf uns keiner. Abends erhielten wir die
Erklaerung von einem deutschsprechenden Kurden: Die Maenner haben
nichts zu tun, darum vergnuegen sie sich mit ihren Frauen. So kommt es
vor, dass eine Familie 12 Kinder hat. Diese sind dann teilweise unnuetz
und landen auf der Strasse, da die Schule zu teuer ist. Auch werden die
Kinder von den Erwchsenen mit Steinen beworfen, also ist es doch normal
die Schwaecheren, oder die Minderzahl mit Steien zu bewerfen. Das wars
schon von den negativ Meldungen, ausser dass sie hier im Tabrizer
Internetcafe nur Modern Talking hoeren.
Doch weiter im Text Richtung Iran, in die Achse des Boesen. Von
Dogubayazit bis zur Grenze hat es zum erstenmal seit dem Verlassen
wieder geschifft. Das ist ja haesslich, wie haltet ihr das nur aus in
der Schweiz? Da muss man ja Jacken anziehen. Dafuer haelt das
tuerkische Elektrizitaetsnetz den Regen nicht aus. Wir mussten ca. 2
Stunden auf der tuerkischen Seite warten, da die Computer nicht liefen.
Wir trafen einen Jammerlappen aus Berlin der mit dem Motorrad nach
Australien faehrt. Er jammert uns die Ohren voll wegen Regen, Teuren
Hotels und schlechtem Wechselkurs, was eine Naervensaege. Auf der
iranischen Seite geht es verhaeltnissmaessig rasch und wir stehen im
Iran. Boh ist das scharf!
Leider ist alles nass und wir wollen es ueber Nacht trocknen lassen.
Doch auch in der Nacht will es Regnen. Iran ist kalt und nass!
Die Leute sind hier extrem freundlich. Sie rufen einem Welcom in Iran
oder Thank you very much ( einfach so) zu. Leider gibt es hier keine
Frauen und kein Bier! Nur Zelte und alkoholfreies Bier. Das ist hart.
Gestern habe ich hier dank einem unserer unzaehligen Fuehrer eine Felge
gefunden. Kostet zwar 26.-, im Gegensatz zu den normalen die 5 Stutz
kosten.
Im Iran haben sie arabische Schrift, doch viele Stassenschilder sind
auf englisch angeschrieben. Die Stassen sind hervorragend. Die besten
seit der Schweiz.
Wir freuen uns dieses Land noch besser kennen zu lernen und dafuer
haben wir auch Zeit. jetzt liegen noch 2500 km vor uns. Unser Visa
laeuft am 30.10.2003 aus, das sollte reichen.
Alles gute und seid gedrueckt von den beiden Spinnern im Land der
Boesen-Achse
Beda und Gregor

Fragen

Weiss jemand den Text des Liedes <ein kleiner Matrose umsegelt die
Welt>?
Was essen eigentlich Ameisen?

 

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