Reisebericht 4 / 17. Juni 2004

 
hier also unser Bericht aus Ungarn:

 

Gutes Essen - spannende Begegnungen

Bei starkem Regen fahren wir über die Grenze nach Ungarn, dann durch eine malerische Landschaft mit viel Wald zum Balaton (Plattensee). Zum Glück scheint wieder die Sonne, als wir dem ca. 80 Kilometer langen See entlang fahren, am Abend im See schwimmen gehen und Palatschinken essen. Überhaupt  bietet Ungarn vom Kulinarischen her sehr viel: Das Gulasch an der Donau und der Wein in Kecstemet schmecken herrlich.

Die Weite und bunte Vögel

Die Puszta in der ungarischen Tiefebene beeindruckt durch ihre Weite. Der Blick zum Horizont ist das, was uns in der Schweiz fehlt. In den Dörfern nisten zahllose Störche auf den Telefonmasten. Die Dorfbewohner errichten für sie kleine Plattformen auf den Masten. Warum wohl? Vielleicht glauben die Leute, dass diese Vögel Glück bringen, oder wirklich die Babies. Die Antwort eines ausgezeichnet deutsch sprechenden Ungaren fällt um einiges prosaischer aus als unsere Erklärungsversuche: "Damit die Störche nicht auf den Hauskaminen ihre Nester bauen", meint er knapp. Überhaupt die Vögel: In allen Farben, Formen und Grössen kreuzen sie unseren Weg, vom Pirol bis zum Fasan.

Begegnung mit einem compatriote

In Gyula, einem hübschen Städtchen an der rumänischen Grenze mit hypermodernem Thermalbad, treffen wir auf einen "compatriote". Andre ist 62 Jahre alt, kommt aus einem Dorf in der Nähe von Yverdon und ist vor zwei Monaten zu einer sechsmonatigen "Tour d'Europe" aufgebrochen. Er ist begeisterter Radfahrer und hat jahrzehntelang Amateur-Radrennen gefahren und gewonnen. Das sieht man ihm auch an: Er gleicht etwas den Figuren aus dem wunderbaren Radfahrer-Animationsfilm "Les Triplettes de Belleville". Wie viele Alleinreisende freut er sich, seine Erlebnisse mit Gleichgesinnten teilen zu können. Auch wir freuen uns, einen "cycliste" getroffen zu haben, übrigens den ersten seit unserem Start vor einem Monat. Wir lauschen gespannt Andres Abenteuer, die er im schönsten vaudois vorträgt. Toll und mutig, dass jemand nach der Pensionierung mit dem Rad aufbricht, um die Welt zu erkunden, ohne früher schon gereist zu sein.

Nichts los in Rumänien?

In Gyula erzählt uns ein deutscher Urlauber begeistert von seinem sechswöchigen Rumänienaufenthalt. Der erste positive Bericht aus diesem Land. Bis anhin haben uns alle deutschen Urlauber und auch die Ungaren vor dem "unzivilisierten" Rumänien gewarnt. "Tote Hose" war noch der netteste Kommentar. Dieser Camper aber, der wie so viele wegen der Thermalbäder durch Ungarn reist, schwärmt von der Freundlichkeit der Leute, der schönen Natur und Gebirgswelt. Wir sind gespannt auf die weitere Reise.
 

Kilometerstand: 1631

Höhenmeter: 13 000

 

 

 

 

 

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