Reisebericht 3 / 9. Juni 2004

 
Bericht Österreich-Slowenien:

Drau - Drawa

Von ihrem Ursprungsort im italienischen Toblach an ist die Drau unsere ständige Begleiterin. Unser Weg führt von Lienz (A) nach Maribor (Slo). Österreichs Südosten (Kärnten) ist gebirgig und beschert uns nochmals ein paar Höhenmeter und Pässe. Kärnten erinnert an die Schweiz.

Fahrradfreundlichkeit und EU-Skepsis 

Die Menschen sind freundlich, freuen sich über die fernreisenden RadlerInnen: so werden uns Rechnungen in Gasthäusern grosszügig erlassen (Dank an den Lerchenhof!) und auch bei anderen Gelegenheiten stossen wir auf viel Goodwill. Beinahe Standart ist die rhetorisch gemeinte Frage, was wir SchweizerInnen von der EU halten. Noch bevor wir antworten können, werden wir mit Glückwünschen überhäuft, dass wir noch nicht im Club dabei sind. Seltsam. Ist vielleicht mit den Bergen in Verbindung zu bringen.

Der Osten beginnt

Anders tönt es dort, wo die Drau Drawa heisst und die EU noch jung ist. Die SlowenInnen lassen keine Gelegenheit aus, die blau - gelbe Sternenflagge zu hissen. In Maribor, der zweitgrössten Stadt Sloweniens, sind die Symbole des neuen Europas inmitten von Plattenbauten zu sehen. Auch wenn die Leute, die wir treffen, bekräftigen, dass ihr Land nie wirklich Teil des Ostblocks war, haben wir das Gefühl, von Österreich nach Slowenien nicht nur eine Landesgrenze überquert zu haben. Die Zeichen der vergangenen Ära sind überall spürbar.

Kalter Regen von oben - warmes Wasser aus dem Boden

Nach Maribor gibt es einen Wetterumschlag - wir konnen nun Sonnencreme sparen und kommen uns vor wie ein wassergekühlter Motor. Umso schöner die Ankunft in Lendava an der Grenze zu Ungarn. Ganz unerwartet stossen wir auf einen Camping, zu dem ein Thermalbad mit 38°C warmem Wasser gehört. Eine Wohltat nach über 90 Kilometer Fahrt durch den Regen.

Kilometerstand: 1200 km

Höhenmeter: 11 000 m

Benzinverbrauch: 700 ml (MSR-Benzin-Kocher)

 

 

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